Wer in Brandenburg oder Sachsen schon einmal bei Groschen-Markt einkaufen war, kennt das Gefühl: ein schmaler Gang, bunt gemischtes Sortiment, aber der Preis stimmt. Dieses Prinzip ist ins Wanken geraten, denn die Betreibergesellschaft DEC Handelsgesellschaft mbH hat im Dezember 2025 einen Insolvenzantrag gestellt – über 200 Beschäftigte und 47 Filialen bangen um ihre Zukunft.

Anzahl Filialen: 47 ·
Insolvenzantrag gestellt: Dezember 2025 ·
Vorläufiger Insolvenzverwalter: Olaf Spiekermann ·
Status Teilrettung: Teilweise Rettung absehbar ·
Betroffene Bundesländer: Brandenburg, Sachsen u.a.

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Sieben Fakten auf einen Blick – die wesentlichen Kennzahlen und Personen der Groschen-Markt-Insolvenz.

Eigenschaft Wert
Unternehmen DEC Handelsgesellschaft mbH
Insolvenzantrag Dezember 2025
Filialen 47
Vorläufiger Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann
Übernahmeinteressent Tedi
Schließungsquote ca. 25% (jede vierte Filiale)
Mitarbeiter rund 200

Ist der Groschen Markt insolvent?

Ja – die DEC Handelsgesellschaft mbH, die hinter der Marke Groschen-Markt steht, hat beim Amtsgericht Mühlhausen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Brinkmann & Partner (Insolvenzverwalterkanzlei) bestätigte den Schritt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann wurde bestellt.

Wann wurde der Insolvenzantrag gestellt?

Der Antrag wurde im Dezember 2025 eingereicht. Laut Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin) blieb der Geschäftsbetrieb zunächst vollständig erhalten. Alle 47 Filialen blieben geöffnet, die Kunden konnten weiter einkaufen.

Welche Gründe führten zur Insolvenz?

  • Konsumzurückhaltung der Kunden (Brinkmann & Partner (Insolvenzverwalterkanzlei))
  • Strukturwandel im Einzelhandel
  • Bereits vor dem Antrag mussten einzelne Filialen schließen (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin))

Die Implikation: Der Nonfood-Discounter-Markt in Deutschland leidet doppelt – geringere Kaufkraft der Zielgruppe trifft auf den wachsenden Druck durch große Ketten wie Tedi und Action.

Was das bedeutet

Die Kunden der Schnäppchenkette gehören zu den preissensibelsten in Deutschland. Wenn sie sparen, trifft es zuerst den Groschen-Markt.

Die Insolvenz zeigt, wie fragil das Geschäftsmodell von Discountern mit geringen Margen ist.

Wer übernimmt Groschen Markt?

Der wahrscheinlichste Käufer ist Tedi. Lebensmittel Praxis (Fachmagazin) berichtete, dass rund 30 der damals bestehenden 41 Filialen erhalten bleiben sollten.

Übernimmt Tedi die Groschen-Markt-Filialen?

Ja – Tedi plant die Übernahme eines Teils des Filialnetzes. Die Verhandlungen liefen nach Angaben von Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin) parallel zum Insolvenzverfahren.

Welche andere Investoren gibt es?

Neben Tedi zeigten auch andere Interessenten Gesprächsbereitschaft. Die Restrukturierungsgesellschaft FalkenSteg wurde laut Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin) zur Unterstützung der Sanierung hinzugezogen.

Der Haken: Eine vollständige Übernahme ist nicht garantiert. Sollte Tedi nur 30 von 47 Filialen retten, bleiben 17 Standorte ohne Perspektive.

Welcher Großbetrieb ist pleite?

Der Groschen-Markt war keine kleine Tante-Emma-Laden-Kette, sondern ein mittelständischer Betrieb mit 47 Filialen in vier Bundesländern. rbb24 (Regionalnachrichten) zählte allein in Brandenburg acht Standorte.

Wie groß ist die Groschen-Markt-Kette?

  • 47 Filialen
  • Präsent in: Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg
  • Rund 200 Beschäftigte (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin))

Welche anderen großen Einzelhandelsketten haben Insolvenz angemeldet?

Der Groschen-Markt reiht sich in eine lange Liste von Discountern ein, die in den letzten Jahren gescheitert sind:

Unternehmen Jahr der Insolvenz Filialen Besonderheit
Schlecker 2012 14.000 Größte Einzelhandelsinsolvenz Deutschlands
Woolworth 2009 320 Übernommen von Henry A. Ash
Groschen-Markt 2025 47 Teilrettung durch Tedi geplant

Warum dieses Muster: Discounter mit geringer Marge haben kaum Puffer für Konsumflauten. Der Groschen-Markt war besonders exponiert – seine Kunden sparen zuerst bei sich, und dann trifft es die Kette.

Welche Groschen-Markt-Filialen schließen?

Bislang steht fest: Nicht alle 47 Filialen bleiben erhalten. Chip.de (Technologie-News) berichtete, dass wohl jede vierte Filiale schließen muss. Das bedeutet etwa 12 bis 13 Standorte.

Welche Standorte sind betroffen?

  • Brandenburg: Standorte in Brandenburg an der Havel, Beelitz und Potsdam (rbb24 (Regionalnachrichten))
  • Sachsen: mehrere Standorte, genaue Liste noch nicht veröffentlicht
  • Sachsen-Anhalt und Thüringen: ebenfalls betroffen

Wie viele Filialen bleiben erhalten?

Laut Lebensmittel Praxis (Fachmagazin) sollten rund 30 von 41 Filialen – in einer späteren Meldung dann 30 von 47 – erhalten bleiben. Die Differenz spiegelt die Unsicherheit der Verhandlungen wider.

Der Trade-off: Tedi will kein marodes Filialnetz übernehmen. Standorte mit schlechten Mietverträgen oder geringer Frequenz fallen durch das Raster.

Die Krux

Für die 17 bedrohten Standorte gibt es bislang keine Rettungsperspektive. Mitarbeiter dort müssen mit einer Kündigung rechnen – es sei denn, ein anderer Investor springt ein.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich für die bedrohten Standorte noch eine Lösung findet.

Welche Alternativen gibt es zu Groschen-Markt?

Wer auf Schnäppchensuche ist, hat im deutschen Einzelhandel mehrere Optionen. Tedi ist der direkte Nachfolger für die übernommenen Standorte. Daneben gibt es etablierte Konkurrenten.

Was bietet Tedi als Alternative?

Tedi ist ein Nonfood-Discounter mit über 2.500 Filialen in Deutschland. Das Sortiment überschneidet sich stark mit dem des Groschen-Markts: Deko, Haushaltswaren, Schreibwaren, Spielzeug. Der Vorteil: Tedi hat eine deutlich breitere Logistikbasis und günstigere Einkaufskonditionen (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin)).

Welche anderen Discounter haben ähnliche Sortimente?

Alternative Filialen (ca.) Sortimentsschwerpunkt
Action 500+ Nonfood, Haushalt, Deko
Kik 3.000+ Textilien, Nonfood
Woolworth 320+ Nonfood, Heimtextilien

Die Konsequenz: Der Markt für Schnäppchen ist hart umkämpft. Ohne eine starke Übernahme durch einen finanzstarken Investor hätte der Groschen-Markt kaum überlebt.

Zeitleiste der Groschen-Markt-Insolvenz

Zeitraum Ereignis
Dezember 2025 Insolvenzantrag gestellt beim Amtsgericht Mühlhausen (Brinkmann & Partner (Insolvenzverwalter))
Dezember 2025 Vorläufiger Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann bestellt (Brinkmann & Partner)
März 2026 Teilrettung wird sichtbar – Tedi zeigt Interesse (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin))
April 2026 Chip.de berichtet: Jede vierte Filiale muss schließen (Chip.de (Technologie-News))
Laufend Übernahmeverhandlungen mit Tedi und anderen Interessenten (Unternehmeredition)

Der zeitliche Ablauf verdeutlicht, wie schnell sich die Lage für die Kette entwickelte.

Das ist bestätigt – das bleibt unklar

Bestätigte Fakten

  • Insolvenzantrag gestellt (Brinkmann & Partner (Insolvenzverwalter))
  • 47 Filialen betroffen (rbb24 (Regionalnachrichten))
  • Vorläufiger Insolvenzverwalter: Olaf Spiekermann
  • Tedi zeigt Interesse an Teilübernahme (Lebensmittel Praxis (Fachmagazin))
  • Löhne über Insolvenzgeld gesichert bis Februar 2026 (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin))

Was unklar ist

  • Wie viele Filialen genau schließen
  • Wie viele Mitarbeiter entlassen werden
  • Ob die Übernahme durch Tedi vollständig gelingt
  • Ob ein anderer Investor noch einspringt

Stimmen zur Insolvenz

„Alle 47 Filialen bleiben zunächst geöffnet. Die Kunden können weiter wie gewohnt einkaufen. Die Löhne sind über das Insolvenzgeld gesichert.“

– Olaf Spiekermann, vorläufiger Insolvenzverwalter, gegenüber Brinkmann & Partner (Insolvenzverwalterkanzlei)

„Der Schritt des Unternehmens, sich frühzeitig unter den Schutz des Insolvenzverfahrens zu stellen, ist ein strategischer. Ziel ist es, das Unternehmen zu sanieren und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“

– Aus der Berichterstattung der Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin)

Fazit

Der Groschen-Markt ist pleite – aber nicht verloren. Die Teilrettung durch Tedi gibt Hoffnung für rund 30 Filialen und deren Mitarbeiter. Für die verbleibenden Standorte und ihre Beschäftigten ist der Druck dagegen hoch: Ohne einen Käufer droht das Aus. Für die Kunden in Brandenburg und Sachsen stellt sich die Frage, ob das vertraute Schnäppchenparadies bald unter neuem Namen weiterlebt oder endgültig schließt. Tedi und Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann werden in den nächsten Monaten die Entscheidung treffen.

Weitere Quellen

lebensmittelpraxis.de

Die Übernahme durch TEDi GmbH & Co. KG soll einen Teil der insolventen Filialen retten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die DEC Handelsgesellschaft mbH?

Die DEC Handelsgesellschaft mbH ist die Betreibergesellschaft der Groschen-Markt-Filialen. Sie hat ihren Sitz in Mühlhausen und beschäftigte rund 200 Mitarbeiter in 47 Filialen (Brinkmann & Partner (Insolvenzverwalterkanzlei)).

Wie können Kunden ihre Gutscheine einlösen?

Die Filialen bleiben geöffnet, daher können Kunden ihre Gutscheine vorerst wie gewohnt einlösen. Eine offizielle Stellungnahme zum Umgang mit Gutscheinen nach möglichen Schließungen steht noch aus.

Wann ist mit einer Entscheidung zur Übernahme zu rechnen?

Die Übernahmeverhandlungen mit Tedi laufen. Experten rechnen mit einer Entscheidung innerhalb der nächsten Monate, da das Insolvenzverfahren möglichst schnell abgeschlossen werden soll (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin)).

Gibt es bereits einen Termin für die Gläubigerversammlung?

Ein konkreter Termin ist noch nicht öffentlich bekannt. Die Gläubigerversammlung wird üblicherweise einige Monate nach dem Insolvenzantrag einberufen.

Welche rechtlichen Schritte können betroffene Mitarbeiter einleiten?

Betroffene Mitarbeiter können sich an die Bundesagentur für Arbeit wenden, um Insolvenzgeld zu beantragen. Die Löhne sind bis Februar 2026 abgesichert (Unternehmeredition (Wirtschaftsmagazin)).

Wie unterscheidet sich diese Insolvenz von früheren Discounter-Insolvenzen?

Anders als bei Schlecker (2012, 14.000 Filialen) oder Woolworth (2009) handelt es sich hier um eine vergleichsweise kleine Kette. Die Teilrettung durch Tedi ist typisch für den Konzentrationsprozess im Nonfood-Discounter-Markt.

Fazit: Groschen-Markt ist insolvent, aber eine Teilrettung durch Tedi ist wahrscheinlich. Für Kunden: Die Filialen bleiben geöffnet, aber jede vierte wird wohl schließen. Für Mitarbeiter: Die Löhne sind gesichert, aber nicht alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.